Berkemann
Wir schreiben das Jahr 2010 & die uns sehr verbundene Firma Berkemann feierte in diesem Jahr bereits im Juli, genauer gesagt am 8. Juli 2010 ihr 125jähriges Firmenjubiläum. Dazu möchte HOUSEOFSHOES noch einmal recht herzlich gratulieren. Diesen feierlichen Anlass möchten wir gerne nutzen, jenen, welche die Vorzüge der qualitativ hochwertigen Schuhe noch nicht kennen, diese großartige Firma, die seit langer Zeit im Dienste Ihrer & auch unserer Füße Schuhe entwickelt & produziert, vorzustellen.
Zur Geschichte von Berkemann:
Am 8. Juli 1885 meldete Heinrich Ad. Berkemann in der schönen Stadt Hamburg seinen Betrieb an und legte damit den Grundstein für eines der erfolgreichsten Unternehmen Deutschlands. Heute kennt sie fast jeder, die hochwertigen Schuhe von Berkemann. Ob in den USA, in China, Lateinamerika oder in Europa – international lieben die Füße Berkemann Schuhe. Doch das war nicht immer so. Heinrich Ad. Berkemann, Sohn eines Bauern, wurde 1857 geboren & lernte als Schustergeselle sein Handwerk, während er, H. Berkemann, durch Deutschland zog.
Es war eine spannende Zeit, als Heinrich Berkemann im Jahre 1880 nach Hamburg kam. Viele heute große Unternehmen wurden gegründet. Firmen wie Beiersdorf, Benz & Daimler legten damals, in der sogenannten Gründerzeit, ihre Grundsteine. Heinrich Ad. Berkemann arbeitete nach dem Motto: Gute Schuhe für gute Leute! Dieser Vorsatz ließ seine kleine Werkstatt im Laufe der Zeit wachsen & gedeihen, nachdem er bereits ca. fünf Jahre bei verschiedenen Meistern als Schuhmachergeselle sein Handwerk gelernt & erprobt hatte. Die Umsätze lassen darauf schließen, dass bereits damals viele Kunden von Berkemann Schuhen überzeugt waren und die Vorzüge von hochwertigen Schuhen erkannten & genossen. Die erst unbekannte Adresse der kleinen Werkstatt Berkemann wurde zur ansehnlichen Adressen für gutes Schuhwerk mit besten Materialien.
Die Optik alleine spielte damals eine erst einmal untergeordnete Rolle. Heinrich Ad. Berkemann wollte keine primär schönen Schuhe herstellen, nein! Vielmehr sollten Schuhe von Berkemann bequem sein & eine gute Passform haben – Berkemann Schuhe sollten dem Fuß, welcher sie trägt, richtig passen. Das Laufen sollte zur wohltuenden Entspannung werden. Aus diesen seinerzeit kreativen Gedanken entwickelte Heinrich Ad. Berkemann bald die erste serienmäßige orthopädische Einlage.
Diese Erfindung sorgte im Jahre 1903 während der Schuhmacher-Fachausstellung in Hamburg für großen Wirbel. Der Erfolg ließ nicht lang auf sich warten – die einst kleine Schuhmacherwerkstatt von Heinrich Ad. Berkemann wurde schlagartig zum ersten Fußstützenlieferant – weltweit!
Der kleine Betrieb explodierte förmlich, man platzte förmlich aus allen Nähten – die Nachfrage war groß, woraufhin man in die vornehme & heut noch allseits bekannte Hamburger Königstraße zog. Ausstellungen & Messen wurden reichlich besucht und immer neue Fußstützenmodelle wurden vorgestellt. Dafür erhielt die Firma Berkemann zahlreiche Preise, was zur Folge hatte, dass der Name Berkemann schnell weit über Deutschlands Grenzen bekannt wurde und die ersten internationalen Kunden nicht lang auf sich warten ließen.
Während das Ansehen der bekannten Hansestadt Hamburg wuchs, ließ sich der Erfolg von Berkemann nicht lumpen – im Gegenteil – Berkemann expandierte mehr und mehr und Heinrich Ad. Berkemann, inzwischen Mitglied bekannter und renommierter Vereine schaffte es, dass meist sogar die Meisterprüfungen der Schuhmacher Innung in den eigenen Firmenräumen abgehalten wurden. Berkemann war zur Qualitätsmarke herangereift.
Der erste Lehrling im Firmenimperium Berkemann war Walter Berkemann, der Sohn von Heinrich Ad. Berkemann. Die Ausbildung begann im Jahre 1911 in dem nun zur recht ansehnlichen Größe aufgestiegenen Betrieb Berkemann. Sein Cousin, Carl Berkemann arbeite dort bereits seit 1898 und war für die Abwicklung der maßgefertigten Berkemann Schuh-Bestellungen zuständig. Kurz danach erfolgte die Einstellung des jüngsten Berkemann-Sprosses: Hans Berkemann stieg ebenfalls in den elterlichen Betrieb ein, nachdem er erfolgreich die kaufmännische Ausbildung absolviert hatte. Dies war mal wieder ein genialer Schachzug von Heinrich Ad. Berkemann, welcher dem Unternehmen langfristig sehr von Nutzen sein sollte.
1923 starb Heinrich Ad. Berkemann und die Brüder Hans & Walter Berkemann übernahmen die Alltagsgeschäfte und führten den Betrieb durch die schweren Zeiten der Nachkriegszeit. Auch die damals schwere Weltwirtschaftskrise meisterten die beiden Brüder erfolgreich und ließen das Unternehmen wachsen & gedeihen. Nachdem Ende der Weltwirtschaftskrise ließ man sich mal wieder etwas Neues einfallen. Berkemann gründete die eigene Firmenzeitung, die „Berkemann Brücke“. Der Firmenname BERKEMANN prangte für alle Welt deutlich sichtbar auf dem eigenen 7-stöckigen Fabrikhaus in der Gerhofstraße in Hamburg und war inzwischen eine feste Größe im exklusiven Stadtbild der Hansestadt Hamburg. Die beiden Berkemann Brüder Hans Berkemann & Walter Berkemann ergänzten sich wunderbar, war Walter Berkemann doch ein technisch sehr versierter Mann und diesbezüglich unglaublich begabt. Hans Berkemann dagegen lenkte den wirtschaftlichen & finanziellen Part des Unternehmens, was ihm durch die kaufmännische Ausbildung ermöglicht wurde. Die Kombination aus technischer Finesse & kaufmännischem Geschick ermöglichte, nach dem großen Zusammenbruch, welchen der Zweite Weltkrieg leider brachte, 1945 den Wiederaufbau und Weiterentwicklung des Unternehmens. Berkemann gehört zu den bekannten Unternehmen, welche einen erheblichen Anteil am Wirtschaftswunder der 1950er Jahre in Deutschland haben.
Nun wurde die Produktpalette deutlich erweitert. Das Berkemann „Fußschutz-Programm“ entstand und verbreiterte die Palette der orthopädischen Hilfsmittel. Bandagen wurden ab sofort nicht mehr nur für die Füße, sonder nun auch für die Arme gefertigt. Den sogenannten wirtschaftlichen Knall brachte aber die Original-Sandale, kurz B100, welche den ersten richtigen Kassenschlager bildete. Die Original Sandale ermöglichte Umsatzsteigerungen von bis zu 50%. Die Nachfrage stieg so gewaltig, dass man bereits 1957 in Lokstedt eine komplett neue Fertigungsanlage errichtete, da man mit der Nachproduktion förmlich nicht mehr hinterher kam.
Berkemann rührte kräftig die Werbetrommel. Überall war die neue Berkemann Original Sandale zu sehen. Ob in Funk, Fernsehen, Plakaten oder zigtausenden Werbeanzeigen – überall war sie aktuell, bekannte Schlagerstars, ja sogar schwedische Prinzessinnen und viele andere prominente Persönlichkeiten waren mit der Original Sandale zu sehen. Aber jedes Erfolgsprodukt findet seine Neider, welche auf den Zug aufspringen wollen. Auch die bekannte Berkemann Original Sandale wurde weltweit vielfach zu kopieren versucht – diese Bemühungen reichen bis in die heutige Zeit hinein. Aber Original bleibt Original und schon im Jahr 1970 freuten sich die Mitarbeiter der Firma Berkemann über das 25millionste verkaufte Paar der Berkemann Original Sandale.
Ein weiterer Klassiker im Berkemann Schuh-Sortiment wurde der Toeffler. Seit 1964 sorgt die leichte Pappelholzsohle für ein unvergleichliches Gehgefühl & ein optimales Fußklima. 1970 errichtete Berkemann dann das erste Mal seit Bestehen des Unternehmens außerhalb Hamburgs eine Produktionsstätte, in Steinalben in der Pfalz, die immense Nachfrage und die hohen Verkaufszahlen von Original-Sandale und Toeffler ließen aber bald weitere Werke in Österreich und Lateinamerika folgen. In den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts hält die Computertechnik Einzug bei der Firma Berkemann und erleichtert und vereinfacht sowohl das Arbeitsleben, als auch die Produktion. Außerdem entstand eine leckere Werbeidee, um den Kunden Berkemann Toeffler noch schmackhafter zu machen: Berkemann und die Haribo GmbH & Co. KG entwickelten gemeinsam den „Haribo-Toeffler“, der in eindrucksvollen 1,5 kg-Dosen Einzug in die Läden hielt, um „Berkemännern“ das Leben zu versüßen.
Als im Oktober 1990 die Deutsche Einheit gefeiert wurde, hatte Berkemann bereits alte Beziehungen erneuert und beschäftigte schon am Ende des Jahres Außendienstmitarbeiter in Dresden, Schwerin und Weimar – das Unternehmen Berkemann sollte in den folgenden Jahren seine ganz eigene und wichtige Rolle spielen, um den Aufbau und Fortschritt in der ehemaligen DDR zu unterstützen. Die Bauerfeind-Gruppe – ein führender Fabrikant von therapeutischen Hilfsmitteln und Bandagen – nimmt 1994 Berkemann in sein Unternehmen auf und schon ein Jahr später entsteht in Ungarn eine eigene Produktionsstätte der Firma Berkemann. Mit diesem Schritt schlägt Berkemann ganz bewusst und zielorientiert einen anderen Weg ein, als viele seiner Mitbewerber; während Berkemann sich mit dem Werk in Ungarn zur hochwertigen europäischen Qualität bekennt, verlassen zahlreiche andere große Unternehmen den europäischen Raum, um in asiatischen Niedriglohnländern produzieren zu lassen. Im Jahr 2005 wird in der langen und bewegten Geschichte von Berkemann ein neues Kapitel aufgeschlagen: Das Unternehmen zieht nach Zeulenroda in Thüringen und führt nun hier erfolgreich fort, was einst in einer kleinen Schuhwerkstatt in der schönen Hansestadt Hamburg begann.
Thema: Berkemann Schuhe

